Zur Menschenrechtssituation im Iran
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Bahá'í-Frauen im Iran in doppelter Bedrängnis
Pressemitteilungen
Veröffentlicht:
24.5.2024

Seit März dieses Jahres wurden im Iran mindestens 93 Bahá'í wegen ihrer Religionszugehörigkeit vor Gericht gestellt oder inhaftiert, mehr als drei Viertel von ihnen (72) sind Frauen. Der Verbleib vieler von ihnen ist nach wie vor unbekannt.

Im größeren Kontext der gezielten Verfolgung von Frauen im Iran seit dem Frauenrechtsaufstand von 2022 ist die zunehmende Verfolgung von Bahá'í-Frauen sowohl als Frauen als auch als Angehörige der größten nicht-muslimischen religiösen Minderheit im Iran, die seit 1979 staatlich verfolgt wird, eine alarmierende Situation, die auch die österreichische Bahá'í-Gemeinde beunruhigt.

„Eine Studie der Bahá'í-International Community (BIC) für den Zeitraum 2021-2023 zeigt, dass die Verfolgung der Bahá'í im Iran seit 2021 jedes Jahr um 50 Prozent zugenommen hat. Und nun richtet sich die neue Taktik der iranischen Regierung gegen viele junge Bahá'í-Frauen, die meisten in ihren Zwanzigern und Dreißigern. Ein besorgniserregender Trend, der sich rund um das persische Neujahrsfest am 20. März 2024 leider noch verschärft hat.", erklärt Isma Forghani, Menschenrechtsbeauftragte der Religionsgemeinschaft in Österreich.

Diese Unterdrückung umfasst Verhaftungen, Gerichtsverfahren, Gefängnisstrafen, Hausdurchsuchungen, Enteignungen, die Zerstörung von Baha’i-Friedhöfen, die Verhinderung von Beerdigungen, die Schließung von Geschäften und den Ausschluss von Bildung.

Und doch, so Isma Forghani weiter, „teilen alle Frauen im Iran, so unterschiedlich sie auch sein mögen, das gleiche Schicksal, ein gemeinsames Schicksal, eine gemeinsame Geschichte, ganz im Sinne der weltweiten BIC-Kampagne #Ourstoryisone, die auch in Österreich von verschiedenen Menschenrechtsorganisationen, der Zivilgesellschaft, Politikern und Künstlern unterstützt wird. Im Iran gibt es heute mehr denn je eine große Sehnsucht - unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Glauben - nach Einheit, Gleichberechtigung und dem Wunsch, das Land Seite an Seite zu einem besseren Ort für alle zu machen.“

Während die Kampagne #Ourstoryisone weitergeht - gewidmet zehn Bahá'í-Frauen, die vor 40 Jahren gemeinsam hingerichtet wurden, und allen Frauen, die sich weiterhin für Gleichberechtigung einsetzen - hat der iranische Geheimdienst kürzlich eine Operation gestartet, um die Nachbarn der Bahá'í unter Druck zu setzen und einzuschüchtern, damit sie erzwungene Aussagen gegen die neu inhaftierten Bahá'í-Frauen abgeben.

„Die Bemühungen der iranischen Regierung, durch Repression und Hassreden weiterhin Zwietracht unter den Bürger*innen zu säen, sind gescheitert, wie die breite Unterstützung für die Kampagne #Ourstoryisone zeigt", sagte Frau Simin Fahandej, Vertreterin der Baha´i International Community bei den Vereinten Nationen in Genf

„Die zunehmende Verfolgung von Bahá'í-Frauen erfordert weltweite Aufmerksamkeit und Maßnahmen, Solidarität mit den Bahá'í und allen iranischen Frauen, die ihr Recht auf ein Leben in Würde in ihrem eigenen Land einfordern. Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft, Druck auf die iranische Regierung auszuüben, damit sie diese sinnlose Verfolgung sofort beendet und das universelle Prinzip der Menschenrechte für alle ihre Bürgerinnen und Bürger respektiert“, betont Simin Fahandej.

Dieser Aufruf erfolgt vor dem Hintergrund des im vergangenen Monat veröffentlichten Berichts von Human Rights Watch, in dem explizit festgestellt wurde, dass die Behandlung der Bahá'í durch die iranische Regierung in den letzten 45 Jahren rechtlich als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu qualifizieren ist. Der Bericht empfahl insbesondere, dass die UN-Untersuchungsmission einen Teil ihrer laufenden Ermittlungen auf die zunehmende Verfolgung von Bahá'í-Frauen konzentrieren solle.

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