Österreichische Bahá’í alarmiert: Drastisch verschärfte Verfolgung der Bahá’í im Iran

Wien/Teheran (OTS) – Die Verfolgung der Bahá’í im Iran hat sich dramatisch verschärft. In zahlreichen Städten einschließlich Semnan, Isfahan und Schiras gehen die Behörden brutal gegen Anhänger dieser größten religiösen Minderheit des Landes vor. Die österreichische Bahá’í -Gemeinde ist alarmiert und hat sich um Hilfe an das Außenministerium gewandt.
„Eine infame Komponente der Verfolgung besteht darin, die örtliche Bevölkerung gegen die Bahá’í aufzuhetzen“, sagte Ottilie Käfer, Pressesprecherin der Bahá’í -Religionsgemeinschaft in Österreich. Das geschieht häufig von Moscheen-Kanzeln herab in Verbindung mit Anti-Bahá’í -Propaganda in nationalen Massenmedien, die von der Regierung kontrolliert werden.

Zielscheibe der Verfolgung ist derzeit die nordiranische Stadt Semnan. Dort gehen Regierungsbehörden gemeinsam mit der schiitischen Geistlichkeit koordiniert gegen die Bahá’í vor. Den Bahá’í wird verboten, Gemeindeversammlungen abzuhalten. Man setzt sie unter Druck, nicht mehr mit muslimischen Freunden und Nachbarn zu verkehren und ihren Heimatort zu verlassen, hindert sie am Erwerb ihres Lebensunterhaltes und verwehrt ihnen die Bestattung ihrer Toten. Bahá’í -Schulkinder werden von ihren Lehrern und Klerikern vor ihrer Klasse wegen ihrer Religion gedemütigt und bedrängt, ihrem Glauben abzuschwören.

Ferner stehen Bahá’í unter ständiger Beobachtung. So folgen ihnen überallhin Geheimdienstagenten, die dann vor ihren Wohnungen auftauchen oder sie zum Verhör bringen. In den vergangenen drei Jahren wurden in Semnan 26 Bahá’í wegen ihres Glaubens zu Gefängnisstrafen verurteilt. Acht Bahá’í wurden dieser Tage zu Haftstrafen von sechs Monaten bis sechs Jahren verurteilt. Landesweit befinden sich derzeit über hundert Bahá’í in Gefängnissen, darunter das siebenköpfige informelle Führungsgremium, das sich um die nötigsten sozialen und geistigen Belange der Bahá’í -Gemeinde kümmerte und im August 2010 nach einem Scheinprozess und unter konstruierten Anklagen zu je 20 Jahren Haft verurteilt wurde.

„Offensichtlich entspricht die verstärkte Terrorisierung und Einschüchterung der Bahá’í der offiziellen Politik, die Lebensfähigkeit der Bahá’í-Gemeinde im Iran zu zerstören“, betonte Ottilie Käfer.

Derzeit leben im Iran 300.000 Bahá’í. Entgegen den gegenüber dem Westen regelmäßig vorgebrachten Aussagen der iranischen Regierung werden die iranischen Bahá’í ausschließlich aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen verfolgt. Der beste Beweis hierfür ist, dass verhafteten Bahá’í immer wieder die Freiheit angeboten wird, wenn sie dem Bahá’í-Glauben abschwören und zum Islam übertreten. Die UNO und die EU haben die schweren Menschenrechtsverletzungen an den Bahá’í scharf verurteilt.

Der von Baha’u’llah (1817-1892) gestiftete Glaube lehrt die grundsätzliche Einheit der Religionen und zählt heute weltweit über 5,5 Millionen Anhänger.



Rückfragen & Kontakt:

Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Frau Mag. Isma Forghani: isma.forghani@at.bahai.org
Frau Dr. Anja Spengler: anja.spengler@at.bahai.org

Beitrag teilen auf:

Facebook
Twitter