Iran – Haftstrafe gegen sieben Bahá’í auf zwanzig Jahre verdoppelt

Österreichische Bahá’í schockiert – Hilferuf an Bundesregierung

Wien/Teheran (OTS) – Sieben führende Bahá’í im Iran sind zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht in Teheran hat nun die zuvor von einem Revolutionsgericht verhängte Haftstrafe von zehn Jahren verdoppelt. Die österreichische Bahá’í-Gemeinde ist schockiert und hat an die Bundesregierung appelliert, gegen dieses unmenschliche Urteil zu protestieren.

„Das harte Urteil bedeutet lebenslänglich für einige der Inhaftierten wegen ihres fortgeschrittenen Alters“, sagte Ottilie Käfer, Pressesprecherin der österreichischen Bahá’í-Gemeinde. Das Urteil sei ein weiterer Beweis für die brutale Haltung der iranischen Regierung gegenüber der größten religiösen Minderheit des Landes, die seit Beginn der Islamischen Revolution 1979 systematisch verfolgt und diskriminiert wird.

Die sieben Bahá’í, darunter zwei Frauen, kümmerten sich um die sozialen und religiösen Belange der rund 300.000 Mitglieder zählenden Bahá’í im Iran und wurden im Frühjahr 2008 verhaftet. Sie waren zunächst zwanzig Monate im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert, ehe sie u.a. wegen Spionage und der Errichtung einer illegalen Administration angeklagt wurden. Sie haben alle Anklagepunkte entschieden zurückgewiesen.

Unmenschliche Haftbedingungen

Im August 2010 wurden sie in das berüchtigte Gohardasht Gefängnis westlich von Teheran verbracht, wo ihre Haftbedingungen unterdessen drastisch verschärft wurden. Die zwei Frauen befinden sich in einem Trakt, wo eine große Feindseligkeit unter den Gefängnisinsassinnen herrscht, und wurden bereits bedroht. Die fünf Männer wurden in einen überfüllten und besonders streng bewachten Trakt für politische Häftlinge verlegt. Benötigte Medikamente werden den Bahá’í verweigert. Offensichtlich rechnen die Behörden mit der zunehmenden Schwächung und dem schließlichen Tod der Bahá’í im Gefängnis.

Die Inhaftierung der unschuldigen und nur wegen ihres Glaubens verurteilten Bahá’í hat weltweite Proteste von Regierungen einschließlich von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Ungarn, den Niederlanden, Kanada, den USA und Neuseeland hervorgerufen. Ebenso seitens der Europäischen Union und zahlreichen Menschenrechtsorganisationen und Würdenträgern verschiedener Religionen.

In der vergangenen Woche hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf einen Sonderberichterstatter ernannt, der die Menschenrechtsverletzungen im Iran überprüfen soll. „Oft genug hat die Welt die Behauptungen des Iran hören müssen, es würden dort keine Menschenrechte verletzt, wo doch der Iran zu den schlimmsten Menschenrechtsverletzern heute zählt“, zeigte sich Diane Ala’i, Sprecherin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf, erleichtert über die Entscheidung des Menschenrechtsrats.



Rückfragen & Kontakt:

Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Frau Mag. Isma Forghani: isma.forghani@at.bahai.org
Frau Dr. Anja Spengler: anja.spengler@at.bahai.org

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