Theaterstück erforscht Verbindung von Tahirih zur Pionierin der österreichischen Frauenbewegung

Welche Verbindung besteht zwischen Táhirih, einer Bahá’í-Heldin der Frauenemanzipation im 19. Jahrhundert und Marianne Hainisch, der Gründerin der österreichischen Frauenbewegung?

Mit dieser Frage beschäftigt sich das Theaterstück „Der Siegelring“, das kürzlich im Nationalen Zentrum der Bahá’í Österreichs im Rahmen des österreichweiten Tag des Denkmals 2022 über Initiative des Bundesdenkmalamts zur europaweiten Förderung der Kulturgüter aufgeführt wurde.

Hainisch (1839 – 1936), die als Pionierin der österreichischen Frauenbewegung gilt, setzte sich für den gleichberechtigten Zugang zu höherer Bildung ein und gründete die ersten höheren Schulen für Mädchen in diesem Land.

Ansichten des Bahá'í Centers Austria, in dem im Rahmen der österreichweiten Initiative des Bundesdenkmalamts
zur europaweiten Förderung der Kulturgüter ein Theaterstück über Táhirih aufgeführt wurde.

In einem Interview mit Martha Root (1925) – einer bemerkenswerten frühen Bahá’í – sagte Hainisch: „Ich war ein junges Mädchen, erst siebzehn Jahre alt, als ich vom Märtyrertod Táhirihs hörte, und ich sagte: ‚Ich werde versuchen, für die Mädchen Österreichs das zu tun, was Táhirih zu tun versuchte und wofür sie ihr Leben gab…'“

Das Stück wurde von Isma Forghani zu Ehren des zweihundertsten Geburtstages des Báb im Jahr 2019 verfasst. „Die Geschichte folgt einem Gespräch zwischen prominenten Europäern des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts, die sich von Táhirihs Leben als Vorkämpferin für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern inspirieren ließen“, sagt Frau Forghani.

Nicole Fendesack führte Regie bei der jüngsten Inszenierung des Stücks, das in den vergangenen drei Jahren bereits mehrfach aufgeführt wurde. „Durch das Stück“, sagt sie, „begegnen wir außergewöhnlichen historischen Frauen, die durch ihr Leben und ihre Taten nicht nur die Vergangenheit und die Gegenwart beeinflusst haben, sondern die auch künftigen Generationen viel zu sagen haben.“

Linkes Bild - Marianne Hainisch

Corinne Farid, Mitglied des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í in Österreich, erklärt, dass das Stück einen Beitrag zum Diskurs über die Gleichstellung von Frauen und Männern leisten will.

„Dieses Stück ist in seiner Essenz eine Auseinandersetzung mit dem Bahá’í-Prinzip der Einheit der Menschheit und der Beseitigung aller Formen von Vorurteilen“, sagt sie.

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Die Zuhörer setzten ihre Erkundung dieser Themen in einer Ausstellung über die Bemühungen der Bahá’í in Österreich um sozialen Fortschritt fort, die Einblicke in die Bemühungen der Bahá’í um den Aufbau von lebendigen Gemeinden in Nachbarschaften in ganz Österreich bot.

Eine Ausstellung im Bahá’í Center Austria über die Aktivitäten der Bahá’í zum Aufbau von Gemeinden während des Tag des Denkmals 2022.